Methode

Stressquellen bestimmen heute unser Leben: Arbeitsstress, Prüfungsängste, Schulängste, finanzielle Sorgen, Zeitnot und vieles mehr wird von unserem Körper als Stresssituation bewertet. Und wie bei unseren Vorfahren vor ca. 1 Millionen Jahren laufen die gleichen Mechanismen in uns ab: Flucht oder Kampf.

Aber - in Prüfungen kann man nicht weglaufen und mit dem Chef kann man sich nicht körperlich auseinandersetzen! Hier können Entspannungsverfahren helfen, wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation.

1) Methoden des Autogenen Trainings

Kinder und Jugendliche:

Das in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von J.H. Schultz begründete Entspannungsverfahren war ursprünglich für Erwachsene gedacht.

In den 60er Jahren beschäftigten sich Fachleute zunehmend mit Autogenem Training auch für Kinder und Jugendliche.

Heute stellt das Autogene Training ein Mittel der Gesundheitsvorsorge in dem Sinne dar, dass das Kind lernt, neue Erfahrungen mit seinem Körper zu machen und die Wechselwirkung von Körperempfindung und Gefühlen wahrzunehmen.

Mit kleinen Geschichten, Vorstellungshilfen und einer Menge Spaß werden die Kinder an das Autogene Training herangeführt. Sie machen die Erfahrung, wie angenehm es sein kann, zu entspannen. Im Kurs lernen sie auf altersgerechte Art und Weise wirksame Entspannungsübungen selbstständig durchzuführen.

In den Kurs integrierte Bewegungsspiele ermöglichen den Kindern, zwischendurch Unruhe, Erregung und Bewegungsdrang abzubauen sowie die Konzentration wiederherzustellen.

Durch den regelmäßigen Einsatz der Entspannungsübungen wird ein Schutz vor stressbedingter Überlastung und Kompetenzen zur Bewältigung von Alltagsbelastungen aufgebaut.

Erwachsene:

Im Autogenem Training lenken wir unsere Aufmerksamkeit von unseren Alltagsgedanken weg auf unsere Körperempfindungen. Man kann mit eigenen suggestiven (d.h. selbst beeinflussenden) Kräften körperliche und seelische Entspannung hervorrufen. Der Zugang zum Unterbewusstsein wird erreicht, indem man bestimmte Formeln (Ruhe, Schwere, Wärme u.a.) als Aufforderung an das Unterbewusstsein richtet. Dadurch verändern wir Körperfunktionen, um eine innere Ruhe zu herbeizuführen.

2) Methoden der Progressiven Muskelrelaxation

Die ursprüngliche Form dieser Methode wurde in den zwanziger Jahren von dem Arzt und Psychologen Edmund Jacobsen entwickelt und hat bis heute diverse Weiterentwicklungen erfahren.

Anspannungen der Muskulatur treten häufig im Zusammenhang mit innerer Unruhe, Stress und Angstzuständen auf. Somit führt innere Anspannung auch zu muskulärer Anspannung. Dies funktioniert ebenso für den umgekehrten Fall: Mit der Entspannung der Muskulatur tritt nämlich auch ein vertieftes körperliches Ruhegefühl und eine seelische Entspannung ein.

Der Übende spannt nacheinander verschiedene Muskelgruppen deutlich spürbar an und entspannt sie wieder. Er konzentriert sich auf den Kontrast der Anspannungs- und Entspannungsempfindungen. Damit hat die innere Wahrnehmung stärkere Reize, um die Aufmerksamkeit zu binden und die Alltagsgedanken hinter sich zu lassen. Nach der muskulären Anspannung folgen die körperliche und mit einhergehend auch die mentale Entspannung.

Die Progressive Muskelrelaxation eignet sich besonders gut zur Reduktion innerer Spannungszustände bei Ängsten, Schlafstörungen oder Schmerzen. Auch bei Verspannungen der Muskulatur ist PMR ein geeignetes Mittel, um diese zu lösen.